bulla-blog
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Sprachliches:
Orthographie

Übersicht

  • Satzzeichen können Leben retten ...
    Wie mögen manche Sätze wohl gemeint sein?
  • Warum Deutsche die Groß- und Kleinschreibung brauchen ...
    Ein paar Beispiele
  • Schwere Sprache!?
    Timo Beil über Deppenleerzeichen und andere Eigenheiten deutschen Schrifttums
  • Straßennamen
    Drei Regeln für richtige Schreibweise
  • Verhunzte Grammatik
    Was für eine Art von Wort soll eigentlich „eMail“ sein?
  • Silbentrennung für Fortgeschrittene
  • Hrura! Es lebe die Legashteine!


Liebe Leute,

ich möchte ja nicht versaut klingen,
aber bitte benutzt mich, sooft ihr könnt!

Hochachtungsvoll
eure Grammatik

Satzzeichen
können Leben retten ...

Wie mögen die nachfolgenden Sätze wohl gemeint sein?

(Text: N. N. / Frank R. Bulla; Grafik: © Frank R. Bulla)

Alter schützt vor Torheit nicht
1. Alter schützt vor Torheit, nicht!?
2. Alter schützt vor Torheit nicht.

Dem Junggesellen fehlt zum Glück die Ehefrau
1. Dem Junggesellen fehlt zum Glück die Ehefrau.
2. Dem Junggesellen fehlt, zum Glück, die Ehefrau.

Der Bürgermeister sagt der Lehrer ist ein Esel
1. Der Bürgermeister sagt, der Lehrer ist ein Esel.
2. Der Bürgermeister, sagt der Lehrer, ist ein Esel.

Fußgänger bitte drücken
1. Fußgänger, bitte drücken!
2. Fußgänger bitte drücken!

Der Mann sagt die Frau sucht Streit
1. Der Mann sagt, die Frau sucht Streit.
2. Der Mann, sagt die Frau, sucht Streit.

Der Mensch denkt Gott lenkt
1. Der Mensch denkt – Gott lenkt.
2. Der Mensch denkt: Gott lenkt.
3. Der Mensch, denkt Gott, lenkt.

Die Frau schlug die Sahne nicht aber ihren Mann
1. Die Frau schlug die Sahne nicht, aber ihren Mann.
2. Die Frau schlug die Sahne, nicht aber ihren Mann.

Er begann seinen Hut auf dem Kopf zu essen
1. Er begann, seinen Hut auf dem Kopf zu essen.
2. Er begann, seinen Hut auf dem Kopf, zu essen.

Er liebt sie nicht
1. Er liebt, sie nicht.
2. Er liebt sie nicht.

Er vergaß sie niemals
1. Er vergaß, sie niemals.
2. Er vergaß sie niemals.

Er unterschrieb sein Urteil nicht hängen
1. Er unterschrieb sein Urteil nicht – hängen!
2. Er unterschrieb sein Urteil – nicht hängen!

Er will sie nicht
1. Er will, sie nicht.
2. Er will sie nicht.

Hier nimm ein Gummibärchen
1. Hier, nimm ein Gummibärchen!
2. Hier, nimm ein Gummi, Bärchen!

Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund
1. Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund.
2. Ich mag meine Familie, kochen und meinen Hund.

Imperfect
1. Imperfect.
2. I'm perfect.

Komm wir essen Opa
1. Komm, wir essen Opa!
2. Komm, wir essen, Opa!

Schüler sagen Lehrer haben es gut
1. Schüler sagen, Lehrer haben es gut.
2. Schüler, sagen Lehrer, haben es gut.

Was willst du schon wieder
1. Was, willst du schon wieder?
2. Was willst du schon wieder!?

Wir essen jetzt Opa
1. Wir essen jetzt, Opa!
2. Wir essen jetzt Opa!

Du hast den schönsten Hintern weit und breit
1. Du hast den schönsten Hintern weit und breit.
2. Du hast den schönsten Hintern: weit und breit.



Warum Deutsche die
Groß- und Kleinschreibung brauchen ...

Ein paar Beispiele

(Text: N. N. / Frank R. Bulla; Grafik: © Frank R. Bulla)

1. Als ich aus der Kneipe kam,
war ich ziemlich dicht.
Goethe war Dichter.
2. Als ich aus der Kneipe kam,
war ich ziemlich dicht,
Goethe war dichter.

1. Alten Vögeln helfen ...
2. Alten vögeln helfen ...

1. Beschädigte Liegen am Strand ...
2. Beschädigte liegen am Strand ...

1. Der gefangene Floh ...
2. Der Gefangene floh ...

1. Der Junge sieht dir ungeheuer ähnlich.
2. Der Junge sieht dir Ungeheuer ähnlich.

1. Deutsche Beamte bei der Arbeit ...
2. Deutsche beamte bei der Arbeit ...

1. Die alten Spinnen ...
2. Die Alten spinnen ...

1. Die Angestellten ochsen im Bundestag ...
2. Die angestellten Ochsen im Bundestag ..

1. Die faule Haut ...
2. Die Faule haut ...

1. Die nackte Haut ...
2. Die Nackte haut.

1. Die nackte Sucht zu quälen ...
2. Die Nackte sucht zu quälen.

1. Die schlanken Fesseln ...
2. Die Schlanken fesseln ...

1. Er hat liebe Genossen.
2. Er hat Liebe genossen.

1. Er verweigerte Speise und Trank.
2. Er verweigerte Speise und trank.

1. Helft den armen Vögeln!
2. Helft den Armen vögeln!

1. Liebe Schwiegermutter, ich habe dich ungeheuer lieb.
2. Liebe Schwiegermutter, ich habe dich Ungeheuer lieb.

1. Sich brüsten und anderem zuwenden ...
2. Sich Brüsten und anderem zuwenden ...

1. Sie konnte geschickt Blasen und Glieder behandeln.
2. Sie konnte geschickt blasen und Glieder behandeln.

1. Vor dem Fenster sah sie den geliebten Rasen.
2. Vor dem Fenster sah sie den Geliebten rasen.

1. Wäre er doch nur Dichter!
2. Wäre er doch nur dichter!

1. Warme Speisen im Keller ...
2. Warme speisen im Keller ...

1. Warum sind füllige Frauen gut zu Vögeln?
2. Warum sind füllige Frauen gut zu vögeln?



Schwere Sprache!?

Timo Beil über Deppenleerzeichen*
und andere Eigenheiten deutschen Schrifttums

(Foto: © Frank R. Bulla)

Vielleicht sollte man sich ja künftig in dieser Republik die „Pisa-Studie“ ausdrücklich ersparen und gleich durch ein „Deppen-Examen“ ersetzen – da dürften wir Deutschen dann allein in schriftsprachlicher Hinsicht führend sein: ganz üble Orthographie, schlechte Interpunktion und andere Feinheiten, die zu wünschen übriglassen ...

Nehmen wir da nur mal die Anwendung der vier Fälle (zur Erinnerung: es gibt Akkusativ, Dativ, Genitiv und Nominativ), die sich – je mehr man sich dem Prekariat nähert (aber nicht nur) – in Wohlgefallen auflösen und die ganz offensichtlich den Sprach-Akrobaten Bastian Sick dereinst zu seinem Werk „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ veranlasst haben ...

In diesem Zusammenhang auch seltsam: die Verwendung des Apostrophs. Ob in der Werbung oder in den Medien: Immer wieder stolpert man über dieses fälschlich eingesetzte Auslassungszeichen: Aus einem korrekten „fürs“ wird „für's“, aus der Mehrzahl von „CD“ wird blöderweise „CD's“ und aus „Pkw“ wird „Pkw’s“ etc. Sinn macht aus unterschiedlichsten Gründen vielleicht noch die Apostrophierung von Namen, wie wir sie ja auch aus dem Englischen kennen (und deswegen werden Sie diese Form regelmäßig auf dieser Homepage antreffen).

Oder nehmen wir den Einsatz des sogenannten Et-Zeichens („&“, auch als „kaufmännisches Und“ bezeichnet): Selbst die Hersteller bzw. Werber unserer Nation überfluten uns mit Produkten, bei denen immer häufiger das deutsche „und“ (oder die englische Variante „and“) durch ein lapidares „&“ ersetzt wird (z. B. „Wash & Go“) – und das sicher nicht nur, um Platz zu sparen, sondern auch um das Produkt international typographisch unverändert platzieren zu können. Und was macht das gemeine Volk? Es äfft dies nach und ersetzt an x-beliebiger Stelle „und“ durch dieses unsägliche Et-Zeichen.

Nicht zu vergessen die fälschliche Verwendung von Binde- und Gedankenstrich, die ebenso zu inhaltlichen Verzerrungen führen kann wie die neudeutsche Eigenart, eine ganze Reihe von Verben nicht in einem Wort, sondern auseinanderschreiben („aus ein ander schreiben“) zu müssen. Das Chaos aus immer wieder reformierter Rechtschreibung und der stärker werdenden Einflüsse der englischen Sprache hat dazu geführt, dass manche Leute mittlerweile selbst Wörter auseinanderschreiben, die selbst die Sprachreform niemals so vorgesehen hat – also eine Schreib-Diarrhoe vom Feinsten! Das Leerzeichen scheint zu einem wichtigen Bestandteil unserer Schriftsprache geworden zu sein. Bräuchte man beispielsweise den Bindestrich nicht doch noch für die Silbentrennung und für den Einsatz als Gedankenstrich, könnte er glatt von der Tastatur entfernt werden. Man könnte dann die Leertaste noch breiter machen: So ließe sie sich dann noch bequemer mit dem Wort „Deppenleerzeichen“ beschriften.

Und was dieses „Deppenleerzeichen“ betrifft: Damit würden wir Deutsche beim o. g. Examen wohl die allermeisten Punkte holen. Gerade hier zeigen sich die Einflüsse aus Anglizismen und Werbung ganz besonders. Im Englischen nämlich werden Substantive höchst selten durch Bindestriche verbunden, und bei der Beschriftung unserer einheimischen Produkte, bei denen der Bindestrich aufgrund schmaler Verpackungen zu relativ vielen – und somit optisch unschönen – Trennungen führen würde, hat man ihn mittlerweile fast völlig eliminiert (z. B. „Tomaten Ketchup“ statt „Tomaten-Ketchup“). Lustig wird es allemal bei einem der berühmtesten deutschen Deppenleerzeichen-Sätze aus einer Telekommunikationswerbung: „24 Monate ohne Grund Gebühr“ ...

Da der Mensch zuweilen doch einigermaßen lernfähig ist und ihm auch eine gewisse Faulheit zu eigen ist, die darin gipfelt, dass er sich Kleinigkeiten ganz gerne erspart, lassen immer mehr Schreiberlinge den Bindestrich zwischen Substantiven immer öfter einfach weg. Was früher noch ein „Schnell-Imbiss“ war, ist heute eben ein „Schnell Imbiss“, und was mit „Raucher Husten“ genau gemeint ist, gibt hoffentlich der Sachverhalt her. Vielleicht geht dieser Trend zur Auseinanderschreibung ja noch so weit, dass selbst Wörter wie „Tanzschule“ irgendwann zur „Tanz Schule“ mutieren.

Vielleicht sollte man überhaupt die Kleinschreibung favorisieren, die Interpunktion abschaffen und zur Krönung keine Wörter mehr deutlich voneinander trennen, sondern a l l e b u c h s t a b e n n u r n o c h m i t t e l s l e e r z e i c h e n v e r b i n d e n ! ? 😜

Übrigens: Wer Interesse hat, findet unter dem Menü-Punkt „Typographie“ Näheres zur korrekten Verwendung von Interpunktion.

* Bei „Wikipedia“ gibt es noch mehr zum Thema „Deppenleerzeichen“, die etwas vornehmer auch „Leerzeichen in Komposita“ genannt werden.



Straßennamen

Drei Regeln für richtige Schreibweise

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Kennen Sie eigentlich die Regeln für korrekte Schreibweise von Straßennamen? Straßennamen werden häufig falsch geschrieben, oft sogar von Leuten, die in den betreffenden Straßen wohnen. In der deutschen Sprache gibt es zahlreiche orthographische Regeln. Mit zu den simpleren Vorschriften zählt die Schreibweise von Straßennamen; diese ist natürlich auch im „Duden“ definiert, und – Ordnung muss sein – es gibt hierfür in Deutschland natürlich auch eine Norm: „DIN 5008“.

Dennoch sieht man immer wieder, dass auf diesem Gebiet noch Lernbedarf besteht. Ist es nicht nur so, dass Anwohner einer bestimmten Straßen nicht immer im Bilde sind, wie ihre Straße korrekt geschrieben wird – selbst Behörden scheitern zuweilen bei der orthographisch einwandfreien Beauftragung von Straßenschildern, weil sie von den Regeln noch nie etwas gehört haben oder sie nicht anzuwenden verstehen; Letzteres kommt glücklicherweise nur sehr selten vor.

Hier die drei grundsätzlichen Regeln für die korrekte Schreibweise von Straßennamen:

1. Zusammenschreibung

Die Zusammenschreibung erfolgt, wenn die Bezeichnung durch ein Substantiv („Schlossplatz“, „Lerchenweg“, „Brückenstraße“, „Imkerstieg“), ein Adjektiv („Neumarkt“) oder einen einteiligen Namen („Beethovenstraße“, „Lönsweg“, „Lutherplatz“) oder auch geographische Namen („Hämeenlinnastraße“, „Meudonstraße“) bestimmt wird.

2. Getrenntschreibung

Die Getrenntschreibung erfolgt, wenn die Bezeichnung eine Präposition („Auf dem Kampe“, „Zum Silbersee“, „Zu den Fuhren“) oder eine Deklination enthält („Breite Straße“, „Langes Feld“, „Grüner Weg“, „Kleiner Moorkamp“, „Rauhe Gasse“). Die Getrenntschreibung trifft ebenso zu, wenn ein geographischer Name vorliegt, der auf „er“ endet („Lachtehäuser Straße“, „Danziger Weg“, „Vorwerker Platz“); endet allerdings der geographische Name selbst auf „er“, erfolgt eine Zusammenschreibung („Allerdeich“, „Oderstraße“). Bei mehrteiligen Straßennamen werden alle zum Namen gehörenden Adjektive großgeschrieben („Zum Alten Kanal“, „Zur Alten Heerstraße“).

3. Schreibweise mittels Bindestrich

Die Schreibweise von mehrteiligen Namen erfolgt mittels Bindestrich („Wilhelm-Heinichen-Ring“, „Geschwister-Scholl-Straße“, „Hermann-Billung-Weg“).

Interessanter Link



Verhunzte Grammatik

Was für eine Art von Wort soll eigentlich „eMail“ sein?

Langsam aber sicher geraten wir sprachlich immer mehr in den Sumpf der Legastheniker und Orthographie-Ignoranten.

Was, bitteschön, soll „eBook“ sein oder „eMail“? War da etwa jemand Trittbrettfahrer beim „iPhone“? Wie peinlich! Peinlich vor allem auch, weil sogar renommierte Pressestellen von Behörden, die ja eigentlich eine Rolle eines Vorbildes spielen sollten, Gebrauch von solchen schrägen Schreibweisen machen, um die Sprache nicht noch weiter zu verhunzen. Vor „eBook“ kann man ja nicht mal einen Artikel wie „das“ setzen, ist doch „eBook“ kein Substantiv, weil sich Substantive nun mal durch Großschreibung auszeichnen. Am Ende glaubt man noch, das sei cool, chic und modern, Wörter wie „eBook“ zu schreiben oder auch „Fon“ vor der Angabe einer Telefonnummer.

Was soll man also mit solch merkwürdigen geschriebenen Begriffen anfangen? Ganz klar: in die Tonne treten und beispielsweise „eBook“ durch „E-Book“ ersetzen! Dass dieses Genre von Wörtern so auszusehen hat, sagt einem nicht nur das gesunde Sprachgefühl, sondern auch der „Duden“, der sich in diesem Punkt ganz klar positioniert.



Silbentrennung für Fortgeschrittene

  • Arbeit-Samt
  • Blumento-Pferde
  • Europa-Lette
  • Fließe-Strich
  • Pol-Ente
  • Spezi-Fisch
  • Tee-Nager
  • Urin-Ale
  • Urin-Sekt
  • Urin-Stinkt

Hrura! Es lebe die Legashteine!

(Text: N. N.)

Nach eienr Stidue der Cmabridge Uinverstiaet, ist es eagl in wlehcer Reiehnfogledie Bchustebaen in Woeretrn vokrmomen. Es ist nur withcig, dsas der ertse und lettze Bchusatbe an der ricthgien Stlele snid. Der Rset knan total falcsh sein und man knan es onhe Porbelme leesn. Das ist, wiel das mneschilche Geihrn nciht jeden Bchustbaen liset sodnern das Wrot als gaznes. Krsas oedr?

Nach eienr Stidue der CE-Town Uinverstiaet ist es eagl, in wlehcer Reiehnfogledie Bchustebaen in Woeretrn vokrmomen. Es ist nur withcig, dsas der ertse und lettze Bchusatbe an der ricthgien Stlele snid. Der Rset knan total falcsh sein und man knan es onhe Porbelme leesn. Das kmomt daehr, wiel das mneschilche Geihrn nciht jeden Bchustbaen liset sodnern das Wrot als gaznes.